Lage: Stadt im Nordosten der Insel

Anreise:
über die Landstraße, die den Ort mit Palma (53 km entfernt) verbindet

Einwohner: 15000

Museen: Museu Monogràfic de Pol•lèntia (Monographisches Museum von Pol•lèntia), Straße Sant Jaume 30 Museu Parroquial (Pfarrmuseum), Plaça Jaume Ques s/n (ohne Hausnummer)

 
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Allem voran ist hier die Anlage von Pollensa zu erwähnen, die im wesentlichen zwar von den Römern stammt, aber auch noch Reste aus byzantinischer Zeit aufweist.

Ein bedeutendes Bauwerk des Ortes ist die mittelalterliche Stadtmauer. Ihre Errichtung wurde im Jahre 1298 von Jaime II. in Auftrag gegeben, doch bis zur Fertigstellung sollte es noch bis 1362 dauern. Die Einwohner von Alcúdia selbst waren es, die sich um den Bau kümmerten. Nur für die Arbeiten zur Aushebung des Mauergrabens wurden Gefangene aus Genua herangezogen. Der Verlauf der Mauer weist eine unregelmäßige Linienführung mit zahlreichen Ecken auf. Als Material wurden Sandsteinblöcke verwendet, die durch einen Mörtel aus Sand, Kalk und Wasser zusammengehalten wurden. Das zwei Meter dicke Mauerwerk wurde durch 26 sechs Meter hohe Türme verstärkt. Hervorzuheben sind das Mallorca- bzw. San-Sebastián-Tor und das Xara- bzw. Hafentor sowie das Vila-Roja-Tor, das leider nicht mehr erhalten ist. Sie ähneln sich durch ihre gerundete Torwölbung und die seitliche Einfassung durch zwei Türme. Im Xara-Tor sind Reste der alten Holztür erhalten, mit der der Durchgang ehemals geschlossen wurde. König Philip II. ließ eine Erweiterung der Stadtmauern im Renaissance-Stil durchführen, die im Jahre 1660 vollendet wurde.

Eines der emblematischsten Gebäude des Ortes ist die Kapelle Santa Ana. Sie befindet sich auf dem städtischen Friedhof von Alcúdia an der Landstraße nach Artà. Das Gotteshaus wurde in der zweiten Hälfte des 13. Jh. für die Bevölkerung von Alcúdia errichtet und erfüllte seinen Zweck bis zum Bau der Pfarrkirche San Jaime. Sie entspricht mit dem zentral gelegenen Portal und der runden Portalwölbung mit der darüber befindlichen gotischen Figur der Jungfrau von Bonanova einer typischen Kirche aus der Zeit der Wiederbesiedlung. Bekrönt wird das Bauwerk von einem spitz zulaufenden Glockenreiter. Der rechteckige Grundriss ist durch drei Scheidbögen, die das Satteldach aus Holz tragen, in vier Abschnitte unterteilt. Die nischenförmige Apsis ist von einem Tonnengewölbe überdacht. Besonders zu erwähnen ist hier das Weihwasserbecken, das vermutlich von Pere Morey (14. Jh.) stammt.

Die heutige Pfarrkirche ist neugotisch, denn das alte Gotteshaus stürzte im Jahre 1870 ein. Aus dem Mittelalter sind jedoch zahlreiche Teile der Inneneinrichtung erhalten geblieben. Über dem Hochaltar befindet sich eine in den Barockretabel eingelassene farbig bemalte Holzschnitzarbeit aus dem 15. Jh., die den Sohn Gottes darstellt. Aus diesem von den Gläubigen verehrten Bildnis quoll Wasser und Blut heraus. Alle drei Jahre wird es in einer Prozession durch den Ort getragen. Zahlreiche Gegenstände, die vor dem Einsturz gerettet werden konnten, befinden sich in dem direkt neben der Kirche befindlichen Pfarrmuseum. Daneben finden sich dort auch diverse Kirchenschmuckstücke (z.B. ein Messgewand, 15./16. Jh.), ein silberner Hostienkelch aus dem 14. Jh. mit geometrischen Gravuren, gotisches Chorgestühl und eine Reihe gotischer Gemälde. Eines von ihnen ist das alte Retabel der Kapelle Santa Ana. Das von Rafel Mòger geschaffene Werk stammt aus dem dritten Viertel des 15. Jh. und zeigt die Madonna mit dem Kind, den von Pfeilen durchbohrten Körper des Hl. Sebastian und den Hl. Bernhardin von Siena. Im oberen Teil sind zwischen den zwölf Leidensstationen Christi die beiden Türme von Alcúdia zu sehen. Ein weiteres Gemälde zeigt den Hl. Martin von Joan Desí (um 1500). Ferner sind zwei Fragmente eines Werks von Miquel d’Alcanyís (Mitte des 15. Jh.) erhalten, die zum Unterbau eines Retabels gehören. Sie zeigen die Himmelfahrt der Jungfrau Maria und wie sie dem Hl. Thomas erscheint. Ein von einem unbekannten Künstler stammendes Triptychon aus dem 15. Jh. zeigt den Hl. Petrus und den Hl. Andreas sowie San Cosme und San Damián.

In der Calle San Jaime Nr. 30 befindet sich das ehemalige Hospital San Jaime, das heute das Museo Monográfico de Pollentia beherbergt. Der Grundbau besteht aus nur einem Saal mit einem von zwei Spitzbögen getragenen Satteldach mit Holzbalkenstruktur. Erbaut wurde es im 16. Jh. als Krankenhaus für die Bedürftigen in der Bevölkerung. Die Hauptfassade besitzt ein Portal mit einem Rundbogen, über dem ein kleines Steinkreuz thront. Die Fassade zur Calle de la Iglesia hat drei Rundbogenfenster.

Besonders sehenswert ist die Höhle von San Martín am Fuße des gleichnamigen Bergs, nur etwa 5 Kilometer von der Stadt entfernt. Es heißt zwar, dass sie den ersten Christen der damaligen römischen Stadt Pollensa als geweihte Stätte galt, doch erwähnt wurde sie erstmals 1268. Erreichbar ist sie über eine 12 Meter in die Tiefe führende Treppe mit zwei sehr steilen Läufen. In der Höhle selbst befindet sich ein alter Brunnen, der von zwei kleinen mittelalterlichen, dem Hl. Martin und dem Hl. Georg geweihten Altären flankiert ist. Der Bau dieser kleinen Kapellen begann zwar schon im 13. Jh., doch erst in der zweiten Hälfte des 14. Jh. machte man merkliche Fortschritte. In das Innere dieser beiden Kapellen gelangt man jeweils durch einen Rundbogen, der in einen Raum mit Kreuzgewölbe führt. Die jüngere (17. Jh.) der beiden Kapellen steht rechts und ist dem Hl. Georg geweiht. Hier quollen, wie bereits erwähnt, aus der Jesusfigur von Alcúdia am 24. Februar 1507 Wasser und Blut hervor.

Von besonderem Interesse ist schließlich noch die mittelalterliche Festung der Templer, deren Reste vom Eichenwald des Landguts Vernissa umgeben sind. Sie befindet sich nur unweit der Landstraße, die Palma mit Alcúdia verbindet.